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Wie eine Sonnenfinsternis Helium sichtbar machte

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Sechs Minuten und 47 Sekunden lang verdunkelte sich am 18. August 1868 die Sonne. Im indischen Guntur richtete der französische Astronom Jules Janssen sein Spektroskop auf die Chromosphäre, die äußere Schicht der Sonnenatmosphäre. Eine markante gelbe Linie bei 587,49 Nanometern passte zu keinem bekannten Element. Janssen schickte seinen Bericht an die französische Akademie der Wissenschaften.

Fast zeitgleich arbeitete der englische Astronom Norman Lockyer an derselben Spur. Sein Instrument war für die Reise nach Übersee nicht rechtzeitig fertig geworden; im Oktober 1868 untersuchte er deshalb Fotoaufnahmen des Sonnenspektrums. Auch Lockyer erkannte unbekannte Linien und ordnete sie einem neuen Element zu. Er nannte es Helium, abgeleitet vom griechischen hélios, Sonne.

Die Spektralanalyse — also die Zerlegung von Licht in einzelne Wellenlängen — machte das Element sichtbar, bevor es jemand auf der Erde in den Händen hielt. Jedes chemische Element hinterlässt dabei ein charakteristisches Muster von Spektrallinien, einen optischen Fingerabdruck. Die Akademie behandelte die Berichte am 26. Oktober 1868, doch viele Wissenschaftler zweifelten an einem Element, das nur aus einer Linie und außerhalb der Erde bestimmt worden war.

Die Skepsis hielt lange an. Rund 27 Jahre suchten Forscher in Metallen und Salzen nach Helium, bis der Chemiker William Ramsay es 1894 zusammen mit Argon in Mineralien nachwies. Heute wird das Edelgas unter anderem beim Betrieb von MRT-Scannern — Geräten zur Magnetresonanztomografie — sowie bei der Herstellung von Glasfasern und Flachbildschirmen eingesetzt.

Und dann? Aus einer gelben Linie wurde ein Rohstoff für Forschung, Medizin und Industrie. Laut heise online steigt der Bedarf, während Helium auf der Erde zur Neige geht: Russland, Algerien und Katar bieten es zwar in großem Stil an, doch Lieferungen aus Russland und Katar sind dem Bericht zufolge derzeit eingeschränkt. Die Erde besitzt also weniger verfügbares Helium, als der Blick in den Weltraum vermuten lässt; Pläne für einen Abbau auf dem Mond gibt es bereits.

587,49 NanometernWellenlänge der gelben Spektrallinie, die auf Helium hinwies

Quellen — die Originale lesen(Pariser Zeit)

heise onlineDE
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