Donnerstag, 27. August 2026

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Menschlicher Klima-Fingerabdruck regional und in Europa nachgewiesen

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45 Jahre Satellitendaten liegen inzwischen vor. Laut dem Team um Chao Li reichen sie aus, um die menschengemachte Erwärmung in den meisten Regionen empirisch sichtbar zu machen. Die Daten liefern damit einen regionalen Blick auf ein Signal, das global längst bekannt ist — auch für Europa, das unter einer beispiellosen Hitzewelle leidet.

Dafür werteten die Forschenden Temperaturdaten der Erdoberfläche von 1850 bis 2022 aus und verglichen regionale Trends mit dem globalen Mittelwert. Das entscheidende Muster besteht aus mehreren Teilen: Die Troposphäre erwärmt sich, während sich die Stratosphäre abkühlt; Landmassen heizen sich stärker auf als Ozeane; und die Arktis erwärmt sich besonders schnell. Zusammen ergibt sich ein statistischer Fingerabdruck, der sich von natürlichen Schwankungen unterscheidet.

Die Methode heißt „Detektion und Attribution“: Sie weist eine Klimaveränderung statistisch nach und ordnet ihr eine Ursache zu. Ihr Ursprung liegt in der Arbeit von Klaus Hasselmann, dem Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie. Hasselmann zeigte bereits in den 1970er-Jahren, wie sich menschliche Einflüsse aus dem natürlichen Auf und Ab des Klimas herausrechnen lassen; 2021 erhielt er dafür den Physik-Nobelpreis. Auf seiner Methode baut auch der Weltklimarat IPCC auf.

Die Grenze der neuen Auswertung liegt ebenfalls in den Daten. Klimamodelle schätzen die Zeit bis zum statistisch belastbaren regionalen Nachweis, die sogenannte „Emergence Timescale“, laut Wissenschaftlerin Josie Aruhasi oft zu optimistisch ein. In der Arktis bremsten natürliche Schwankungen die Erwärmung zwischen den späten 1990er-Jahren und den frühen 2010er-Jahren merklich ab. Im Südpolarmeer und im subpolaren Nordatlantik verschwindet das menschliche Signal derzeit noch im natürlichen Rauschen.

Und was ändert das konkret? Forschende können den menschlichen Einfluss nicht mehr nur als globalen Durchschnitt beschreiben, sondern für die meisten Regionen direkt aus Beobachtungsdaten herausarbeiten. Das stärkt die Verbindung zwischen gemessenen Veränderungen vor Ort — etwa dem Erwärmungsmuster in Europa — und ihrer menschlichen Ursache. Zugleich zeigt die Studie, wo die Zuordnung noch unsicher bleibt und weitere Beobachtungen nötig sind.

45 Jahreverfügbare Satellitendaten zur empirischen Erfassung der menschengemachten Erwärmung

Quellen — die Originale lesen(Pariser Zeit)

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