Lokaler Perplexity-Agent startet auf Nvidia-Hardware
Ein Projektordner, mehrere Dokumente, eine Auswertung: Perplexitys Portable Computer soll solche mehrstufigen Aufgaben direkt auf Nvidias KI-Workstation DGX Spark erledigen. Der neue Agent läuft dabei nicht nur mit lokalem Dateizugriff, sondern bringt auch Sprachmodell, Planung, Werkzeugsteuerung, Aufgabenwarteschlange und Suchindex auf den Rechner.
Das unterscheidet Computer vom klassischen Chatbot. Der Agent kann Aufgaben planen, Zwischenschritte ausführen und längere Arbeiten fortsetzen. Perplexity nennt dafür Qwen 3.8 27B und PPLX 27B, eine für den eigenen Agenten-Stack nachtrainierte Qwen-Variante. Nvidias Nemotron 3.5 Lightning soll später hinzukommen.
Lokal bedeutet dabei nicht vollständig ohne Cloud. Für aktuelle Webinformationen, Browser-Aufgaben oder besonders anspruchsvolle Schlussfolgerungen kann Portable Computer einen entfernten Dienst hinzuziehen — laut Perplexity erst nach einer Freigabe. VentureBeat berichtet zudem, das System solle vor dem Cloud-Aufruf den Kontext auf personenbezogene oder sensible Daten prüfen und anzeigen, welche Inhalte das Gerät verlassen. Das entfernte Modell erhalte demnach nur eine Textanfrage und keinen Zugriff auf lokale Dateien oder Werkzeuge.
Die Leistungsdaten stammen zunächst aus Perplexitys eigenem Test mit 53 Aufgaben aus Recherche, Finanzanalyse und Dokumentenerstellung. Qwen 3.8 27B erreichte auf einer DGX Spark 82,6 Prozent, PPLX 27B 85,4 Prozent. Die Vergleichswerte für die Open-Source-Agenten Pi und Hermes lagen laut Unternehmen darunter. Perplexity will den Test als Open Source veröffentlichen; bis dahin fehlen unabhängige Wiederholungen mit identischer Hardware und Konfiguration. Bei anspruchsvollen Programmieraufgaben blieb das lokale Qwen-Modell im eigenen Vergleich deutlich hinter einem Cloud-Modell zurück.
Und dann, konkret? Der Ansatz zielt darauf, häufige und datensensible Analyse- und Dokumentaufgaben lokal auszuführen und Cloud-Rechenleistung gezielt für schwierigere Teilschritte freizugeben. Für die meisten privaten PCs ist der Einstieg zunächst weit entfernt: Die DGX Spark kostet laut Nvidia unverbindlich 4700 US-Dollar, und für kommende RTX-PCs soll Portable Computer mindestens 24 GByte Grafikspeicher voraussetzen. Unterstützung für Linux- und anschließend Windows-Systeme ist angekündigt.
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