SiFive kündigt 32-Kern-RISC-V-Server für Entwickler an
Auf der Bühne der Konferenz Hot Chips HC’26 bekommt RISC-V eine seltene Gelegenheit, aus dem Labor in die Serverpraxis zu rücken: SiFive kündigt den BigSky SF-2U870 an, eine Entwicklermaschine mit 32 RISC-V-Kernen und 2 GHz Taktfrequenz. RISC-V ist eine offene Befehlssatzarchitektur, doch passende Prozessoren für Allzweck- und Cloud-Server sind bisher kaum auf dem Markt.
Im Inneren arbeitet ein nicht näher bezeichneter Chip mit Kernen des Typs SiFive P870-D. Die RVA23-Erweiterungen sollen aktuelle Linux-Systeme unterstützen. SiFive nennt Ubuntu 26.04 und Red Hat Enterprise Linux 10 und kooperiert mit Canonical und Red Hat bei der Optimierung der Software. Auch KI-Beschleuniger mit Nvidias CUDA-API sollen in dem Server laufen können.
Der 2-HE-Server — ein Gerät für zwei Höheneinheiten im Serverschrank — bringt 256 GByte DDR5-5600-Arbeitsspeicher und vier Steckplätze für PCIe-5.0-Karten mit, jeweils im Format x16. Damit richtet sich der BigSky nicht an den Massenmarkt, sondern an Entwickler, die RISC-V-Software auf einer Serverplattform testen und anpassen wollen.
Konkret verändert das den Zugang: Firmen und Cloud-Dienstleister könnten eine RISC-V-Maschine für Linux- und KI-Entwicklung erhalten, ohne auf die wenigen chinesischen Serverprozessoren ausweichen zu müssen, die in den USA und Europa nicht erhältlich sind. Frei kaufen lässt sich der BigSky allerdings nicht; SiFive bittet interessierte Unternehmen, sich zu melden, und erwartet bereits mehr Nachfrage als verfügbare Geräte.
Der Schritt bleibt deshalb ein Anfang, kein Beleg für eine etablierte Serverplattform. Eine Forschergruppe hatte vor drei Jahren noch erheblichen Nachholbedarf bei RISC-V-Prozessoren für Server festgestellt. In China wurden zwar Systeme mit bis zu 64 RISC-V-Kernen angekündigt, darunter von T-Head und SpacemiT, doch mehrere dieser Produkte sind laut der Berichterstattung bislang nicht erschienen oder nicht als Serverprozessor verfügbar. SiFives Maschine bringt die offene Architektur damit näher an reale Entwicklerhände — zunächst in begrenzter Stückzahl.
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