14 Prozent der Firmen schreiben Arbeitszeugnisse mit KI
Ein Arbeitszeugnis kann in deutschen Unternehmen inzwischen von einer KI mitformuliert werden: 14 Prozent der Firmen nutzen dafür bereits entsprechende Systeme. Weitere 52 Prozent können sich den Einsatz vorstellen. Das zeigt eine repräsentative Bitkom-Umfrage unter 602 Unternehmen ab drei Beschäftigten.
Der häufigste Einsatz liegt bei der individuellen Weiterbildung von Beschäftigten. 16 Prozent der Unternehmen verwenden dafür KI, gegenüber 12 Prozent im Jahr 2024; weitere 58 Prozent interessieren sich für diesen Einsatz. Bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt der aktuelle Anteil bei 14 Prozent, drei Prozentpunkte mehr als 2024.
Besonders stark gewachsen ist laut Bitkom die Bewertung der Arbeitsbelastung. Dort stieg der Einsatz von sechs Prozent im Jahr 2024 auf 13 Prozent. Jeweils 13 Prozent nutzen KI außerdem zur automatisierten Beantwortung interner Personalfragen, 12 Prozent zur Bewertung der Arbeitsleistung.
Warum bleibt die Nutzung trotzdem begrenzt? Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder nennt eine höhere Hemmschwelle für KI in Personalaufgaben. Unternehmen sorgten sich, mit sensiblen Personaldaten gegen Datenschutzvorgaben zu verstoßen. Hinzu kommen Unsicherheiten bei der praktischen Umsetzung des AI Act, des EU-KI-Gesetzes, das bestimmte KI-Anwendungen im Personalbereich als Hochrisiko-Systeme einstuft.
Und dann, konkret? KI kann in einzelnen Personalprozessen bereits eingesetzt werden, etwa beim Arbeitszeugnis oder bei internen Anfragen. Von einer flächendeckenden Nutzung ist die Branche jedoch noch entfernt: In mehreren Feldern ist das Interesse größer als der tatsächliche Einsatz. Die Entwicklung zeigt damit beides zugleich — erste praktische Anwendungen und einen breiten Vorbehalt gegenüber dem Umgang mit Personaldaten.
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