Sachsen-Anhalt startet KI-Chatbot AIS.chat an Schulen
Zum Beginn des neuen Schuljahres steht AIS.chat an den Schulen in Sachsen-Anhalt bereit. Der Chatbot soll Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern einen geschützten Zugang zu Künstlicher Intelligenz im Unterricht geben. Bildungsminister Jan Riedel (CDU) verbindet den Start ausdrücklich mit dem Ziel, dass Kinder KI nicht nur bedienen, sondern auch ihre Grenzen erkennen.
Für Lehrkräfte ist der Zugang an eine Kompetenzschulung geknüpft. Wer bereits für den landeseigenen Dienst emuKI freigeschaltet ist, muss diese Schulung nach Angaben des Bildungsservers nicht erneut absolvieren. Im Unterricht kann AIS.chat etwa Entwürfe für Stunden vorbereiten oder Aufgaben an verschiedene Lernniveaus anpassen. Schülerinnen und Schüler erhalten für konkrete Szenarien einen Zugang von ihrer Lehrkraft; ein eigenes Konto und ein Klarname sind nicht erforderlich.
Hinter dem Angebot steht die FWU gGmbH, die AIS.chat im Auftrag der 16 Bundesländer als Open-Source-Lösung entwickelt hat. Die Auftragsvergabe und die Finanzierung, darunter teilweise Mittel aus dem DigitalPakt, gerieten wiederholt in die Kritik. Der Dienst wird über VIDIS, einen bundesweit genutzten Anmeldedienst, oder in Sachsen-Anhalt über das Single Sign-on des Bildungsservers erreicht. Zur Auswahl stehen unter anderem Sprachmodelle von OpenAI, Meta und Mistral. Welche Modelle das Land tatsächlich freischaltet, hat es bislang nicht veröffentlicht.
Die technische Leitplanke liegt bei den Daten: Nach Angaben der FWU laufen die angebundenen Modelle ausschließlich auf Servern innerhalb der EU. Nutzungsdaten würden weder an Dritte weitergegeben noch zum Training der zugrunde liegenden Sprachmodelle verwendet. Die Token-Budgets pro Lehrkraft werden zwischen FWU und Ländern abgestimmt. Der frühere Projektname Telli wurde aus markenrechtlichen Gründen seit Mai 2026 nicht mehr verwendet; Berlin startete bereits im Mai 2026 offiziell mit AIS.chat.
Und dann, konkret? Lehrkräfte bekommen ein Werkzeug für Vorbereitung und Differenzierung, während Schülerinnen und Schüler KI in einer schulisch begleiteten Umgebung ausprobieren können. Der pädagogische Kern bleibt jedoch die Prüfung der Antworten: Riedel betont, dass eine überzeugend formulierte Antwort trotzdem falsch sein kann und eigenes Denken nicht ersetzt. Welche Modelle in Sachsen-Anhalt zugänglich sind, ist noch offen; die Token-Budgets pro Lehrkraft werden zwischen FWU und den Ländern abgestimmt.
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