Linux 7.2 bringt fairere GPU-Zuteilung
In der Nacht vom 16. auf den 17. August erschien Linux 7.2. Linus Torvalds bezeichnete die letzte Woche vor der Freigabe als ungewöhnlich arbeitsintensiv; mehrere Änderungen wurden kurz vor Schluss zurückgenommen. Eine davon war der geplante Standardwechsel beim GPU-Scheduler im Direct Rendering Manager (DRM), der nun zunächst auf der Wartebank bleibt.
Trotzdem steckt die fairere GPU-Zuteilung in Linux 7.2. Bisher galt meist das FIFO-Prinzip („First In, First Out“): GPU-Aufträge kamen in eine Warteschlange und wurden in dieser Reihenfolge abgearbeitet. Wer viele Aufträge einstellte, konnte dadurch besonders viel Rechenzeit binden.
Der neue Scheduler bewertet stattdessen die bisher verbrauchte GPU-Zeit. Für jede Gruppe von Aufträgen, eine sogenannte Scheduling Entity, führt er eine virtuelle Laufzeit. Je mehr GPU-Zeit eine Gruppe bereits erhalten hat, desto höher steigt ihr Wert; bevorzugt wird die ausführbare Gruppe mit dem niedrigsten Wert. Anwendungen, die bislang wenig zum Zug kamen, rücken dadurch automatisch nach vorn.
Konkret kann das kurze, interaktive Lasten entlasten: Ein Desktop-Compositor, der die Benutzeroberfläche zeichnet, braucht nur in kurzen Abständen GPU-Zeit. Ein Spiel oder eine KI-Anwendung kann den Grafikprozessor dagegen nahezu vollständig auslasten. Unter FIFO konnten tiefe Warteschlangen eines rechenintensiven Programms den Desktop scheinbar einfrieren lassen; der faire Ansatz soll den Compositor in solchen Situationen wieder früher bedienen.
Die Priorität verschwindet dabei nicht. Niedrig priorisierte Aufträge sammeln virtuelle Laufzeit schneller an und erhalten deshalb seltener GPU-Zeit, sollen aber nicht unbegrenzt warten. Die entscheidende Einschränkung: Der faire Scheduler wurde vor dem Release als Standard zurückgenommen. Linux 7.2 bringt die Technik also mit, doch ihre allgemeine Wirkung hängt zunächst davon ab, ob sie aktiviert wird.
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