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Mit Funk durch den Fels: So funktioniert Cave Radio

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500 Meter unter der Erde ist plötzlich Schluss mit der Außenwelt: kein Mobilfunk, kein WLAN, kein UKW-Funk. Der britische Funkamateur Mike Bedford zeigt in seinem Buch „Cave Radio“, wie trotzdem Sprache durch den Fels gelangen kann — mit Drähten, einfachen Audiobauteilen und einem Prototypen, der laut Bedford bis zu einen Kilometer Kalkstein überbrückt.

Die spektakulärste Variante heißt „Through the Earth“ (TTE), also Funk direkt durch die Erde. Zwei jeweils 50 Meter lange Drähte liegen auf dem Boden und sind an den Enden geerdet. Der Fels wird damit selbst zum Übertragungsmedium. Als Sender genügt Bedfords Beschreibung zufolge ein umgebautes 10-Watt-Megafon; ein Audioverstärker und eine USB-Soundkarte nehmen das Signal auf, das sich anschließend am Laptop abhören lässt.

Für die Wege innerhalb eines Höhlensystems beschreibt Bedford LoRa-Repeater. LoRa ist ein Funkverfahren für sparsame, weitreichende Datenverbindungen; mehrere Knoten reichen das Signal weiter. Mit zehn Geräten sollen in Höhlengängen knapp 300 Meter möglich sein. Einleiter-Telefone bilden eine weitere Option: Sie brauchen nur ein Kabel, während die Erde als Rückleiter dient.

Das ist keine reine Bastelidee. Cave-Link, ein von der Schweizer Arbeitsgemeinschaft Höllochforschung entwickeltes System, arbeitet zwischen 20 und 140 kHz und überträgt Textnachrichten sowie Sensordaten mit 104 Bit/s. Bei der Rettung aus der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden 2014 kam es neben Telefonkabeln zum Einsatz; die Bayerische Bergwacht trainiert regelmäßig damit. In Großbritannien nutzen Rettungsteams außerdem das HeyPhone der Cave Radio & Electronics Group, ein SSB-Funkgerät auf 87 kHz für Sprache durch den Fels.

Und dann? Für Höhlenretter bedeutet die Technik eine zusätzliche Verbindung, wenn Kabel fehlen oder Wege unpassierbar sind. Für Funkamateure und Höhlenforscher liefert Bedford zugleich eine nachvollziehbare Bauanleitung statt einer Blackbox. Die Bundesnetzagentur hat induktive Funkanwendungen zwischen 9 und 30.000 kHz zugelassen; die beschriebenen Verfahren bleiben dennoch abhängig von Gelände, Aufbau und Reichweite. Bedfords Buch „Cave Radio – Underground Communication for Cave Rescue, Cave Exploration and More“ erschien 2025 bei RSGB und umfasst 160 Seiten.

104 Bit/sÜbertragungsrate von Cave-Link für Textnachrichten und Sensordaten

Quellen — die Originale lesen(Pariser Zeit)

heise onlineDE
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