Freitag, 4. September 2026Unterstützen

Aube.

Nachrichten vom Fortschritt
Einzelquelle

Hubble fotografiert zehneckigen Sturm am Südpol des Saturn

Sprachen dieses Artikels
Original · DEENESFRITPT

Originaltext auf Deutsch. 6 Sprachen verfügbar, Ihre kommt mit einem Klick dazu.

Auf neuen Hubble-Aufnahmen steht der Südpol des Saturn nicht rund, sondern gezackt da: Ein zehneckiger Sturm umschließt die Polregion. Das Weltraumteleskop lieferte die abschließende Bestätigung und die besten Bilder einer Struktur, deren erste Spur Agustín Sánchez-Lavega von der Universität des Baskenlandes in Bilbao auf einer Amateuraufnahme fand.

NASA beschreibt das Dekagon als atmosphärische Welle. Sie sitzt in einem mächtigen Jetstream und erstreckt sich über verschiedene Bereiche der Saturnatmosphäre – ein Hinweis darauf, dass sie wohl keine einfache Wolkenformation ist. Wie genau solche Wellen eine eckige Form annehmen, bleibt ebenso offen wie die Frage, warum dieses Muster gerade jetzt entstanden ist.

Der Vergleich mit dem Nordpol macht die Beobachtung besonders interessant. Das berühmte Hexagon wurde vor über 40 Jahren entdeckt und ist seit Jahrzehnten zu sehen. Das Dekagon bildete sich dagegen erst ab 2023. Auf der Erde gibt es bei Jetstreams ein ähnliches Muster, doch Hindernisse an der Oberfläche verhindern dort eine vergleichbare Stabilität. Auf dem Saturn fehlen solche Hindernisse; zumindest das Hexagon kann deshalb Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte bestehen.

Den entscheidenden Hinweis lieferte das Programm Planetary Virtual Observatory and Laboratory der Universität in Bilbao. Dort können auch Menschen, die nicht beruflich astronomisch arbeiten, Aufnahmen einreichen. Sánchez-Lavega und zwei Amateurastronomen fanden zunächst ein kaum wahrnehmbares, wellenförmiges Band entlang des Südpols. Ein Jahr später war es deutlicher, doch erst Hubble konnte die Struktur aus der Erdumlaufbahn vollständig abbilden.

Konkret zeigt der Fund, dass Amateuraufnahmen den ersten Hinweis auf ein schwer sichtbares Phänomen liefern können. Die Forschungsgruppe will den Sturm weiter beobachten: Entscheidend ist nun, ob sich das Dekagon stabilisiert und wie es entstanden ist. Die Ursache und seine mögliche Lebensdauer sind noch unbekannt.

über 40 JahreAbstand zum Fund des berühmten Hexagons am Nordpol

Quellen — die Originale lesen(Pariser Zeit)

heise onlineDE
0000

Weiterlesen

Kommentare

Der Thread wird geladen…

Melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden